Archiv des Autors: Frank Will

Shanghai Automobile Exhibition Center in Anting – AR.D.D.Stuttgart

Das Center, das erste seiner Art in China, ist darauf ausgelegt große Automobilausstellungen auszurichten. Es bietet auf 60.000 qm neben dem eigentlichen Ausstellungsbereich die erforderlichen Infrastrukturflächen, Konferenz- und Bürobereiche, sowie ein Restaurant. Internationaler Wettbewerb mit sechs teilnehmenden Büros.

copyright by ARDD, Stuttgart

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Entwurf, insbesondere der Dach – und Trägerform, komplett in 3D mit Allplan von Nemetschek. Das Projekt wurde in Stuttgart entworfen und geplant. Die Begleitung der Bauphase, die in Kooperation mit der Tongji Universität in Shanghai erfolgte, sowie die Qualitätskontrolle der Ausführung erfolgten durch AR.D.D. vor Ort in Shanghai.

Allplan Handelsvertretung Stuttgart, Germany; © Projekt: AR.D.D. Alef und Weinhardt Architekten, Adlerstrasse 41, 70199 Stuttgart Shanghai Automobile Exhibition Center in Anting
bei Shanghai – Peoples Republic of China
Copyright Bildmaterial: AR.D.D. Stuttgart

Ausstellungsplanung Deutschen Historischen Museum – Volkhausen + Lubkoll

Termingerecht und kollisionsfrei: Ausstellungsplanung im Deutschen Historischen
Museum in Berlin

„Seit mehreren Jahren verbinden wir in zunehmendem Umfang die Darstellung dreidimensionaler Objekte mit der Erfassung von Bauteileigenschaften im CAD-System. Dafür spricht das breite Anwendungsspektrum von Allplan, das von der Möglichkeit der Entwurfskontrolle, über die Abstimmung mit Nutzern und Auftraggebern bis zur Mengenermittlung reicht.“ (Michael Lubkoll, Geschäftsführer von
Volkhausen + Lubkoll)

copyright by Volkhausen + Lubkoll

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Mehr als 8.000 Exponate, mehrere hundert Vitrinen und Ausstellungswände auf 7.500 Quadratmetern Raum – die Dimensionen der Ständigen Ausstellung im Deutschen Historischen Museum in Berlin sprechen für sich. Es überrascht nicht, dass die technische Planung der Dauerausstellung das Architekturbüro Volkhausen + Lubkoll vor besondere Herausforderungen
stellte. Es galt die technische Planung aller 540 Vitrinen und 208 Ausstellungswände termingerecht und kollisionsfrei fertigzustellen. Ausgehend von den bisherigen Erfahrungen stellten die Architekten die Ausstellungsarchitektur als bauteilorientiertes Gebäudemodell in Allplan dar. So gelang es, die komplexen Anforderungen und Einzelplanungen zu koordinieren.
Die detaillierten 3D-Darstellungen ermöglichten eine professionelle Visualisierung der Ausstellung für Nutzer und Bauherrn Volkhausen + Lubkoll erstellten Videosequenzen und kreierten damit einen virtuellen Ausstellungsrundgang. Dafür wurde der Gebäudebestand dreidimensional ergänzt und Bilder der Exponate in das Modell integriert. Anhand  professioneller Renderings konnten selbst Lichteinfall samt Schatten und Spiegelungen visualisiert werden und so weit vor Ausstellungsbeginn ein umfassendes Gefühl für die Ausstellung erzeugen.

Volkhausen + Lubkoll profitierte zudem von der problemlosen Umsetzung von Planungsänderungen, die im Laufe des Projektes häufig den Weg der Architekten kreuzten. Denn gerade die Dynamik der Planung durch entfallende oder neu verfügbare Exponate bis kurz vor Ausstellungseröffnung machte die zentrale Verwaltung aller Daten zu einem entscheidenden Pluspunkt. Angesichts der vielen Änderungen im  Planungsprozess war es ein unschätzbarer Vorteil für die Architekten, die enorme Menge an Informationen zentral und transparent in Allplan zu verwalten und einfach an andere Softwarelösungen zu übergeben. Dadurch konnte die Ausstellung rechtzeitig am 2. Juni 2006 eröffnet werden. Seitdem können sich Interessierte im historischen Zeughaus in Berlin, Unter den Linden, über 2.000 Jahre Geschichte informieren.

Über das Unternehmen
Das Büro Volkhausen + Lubkoll wird seit 1996 von Franz Volkhausen und Michael Lubkoll partnerschaftlich geführt und deckt das gesamte Leistungsbild der Hochbauplanung ab. Dabei können die Berliner auf eine langjährige intensive Erfahrung im Museums- und Ausstellungsbau
vorweisen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Projekten im Bestandsbau mit denkmalpflegerischen Vorgaben. Weitere Informationen: www.volkhausen-lubkoll.de

Produkte / Lösungen Allplan Architektur
Projektdaten
Auftraggeber
Bundesamt für Bauwesen und
Raumordnung, Berlin
Planung
Volkhausen + Lubkoll, Berlin
Planungsbeginn
10/2004
Fertigstellung
06/2006

Allplan GmbH, Munich, Germany; © Projekt: Ausstellungsplanung Deutschen Historischen Museum – Volkhausen + Lubkoll Copyright Bildmaterial:Volkhausen + Lubkoll

Brücke zwischen den Disziplinen – Schlaich Bergermann und Partner, Stuttgart

pro:file  Effizienz, Ästhetik, Ökologie und soziale Verantwortung

Wie die Ingenieure von Schlaich Bergermann und Partner, Stuttgart, die Brücke zwischen den Disziplinen schlagen

Das international renommierte Ingenieurbüro Schlaich Bergermann und Partner verfügt über ein kreatives Team von mittlerweile fast 60 Mitarbeitern; das Büro wächst entgegen dem allgemeinen Trend.

copyright by sbp  Schlaich Bergermann und Partner, Stuttgart

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Mehr als 50 % des Auftragsvolumens kommt aus dem Ausland. Das Team besteht aus acht Partnern: den beiden Senioren, Jörg Schlaich und Rudolf Bergermann, und Hans Schober, der schon sehr lange mit ihnen zusammenarbeitet, sowie Wolfgang Schiel, der die solaren Projekte betreut. Dann gibt es die vier jüngeren Partner: Mike Schlaich, Knut Göppert, Andreas Keil und Sven Plieninger, die die Aufgabe übernommen haben, das Büro in
die Zukunft zu führen. Mit 60 erfahrenen Mitarbeitern ist eine ausreichend schlagkräftige Truppe vorhanden, um Projekte verschiedenster Größenordnungen bearbeiten zu können, vom ganz kleinen Projekt, das nur einer bearbeitet – kleinen kniffligen Ingenieuraufgaben wie dem Killesberg-Turm – bis zu Teams von 12 bis 15 Mitarbeitern bei Stadien oder Brücken

„Am Anfang des Entwerfens steht der Dialog zwischen Ingenieur und Architekt.”

Baukunst ist unteilbar: So lässt sich kurz und bündig die Zielsetzung des Ingenieurbüros
Schlaich Bergermann und Partner formulieren. Es geht in erster Linie um die Zusammenarbeit,
darum, Gutes zu schaffen in der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Disziplinen. Damit ist nicht nur der Architekt oder der Ingenieur gemeint, sondern auch viele andere Techniker, die am Bau arbeiten. Nur wer heute disziplinübergreifend, materialübergreifend – also mit etwas breiteren Ideen – arbeitet, der hat auch die Chance, interessante und wertvolle Projekte zu realisieren, Projekte, die der Öffentlichkeit mehr geben als bloße Funktionalität.
Seit Jörg Schlaich 1972 das Zeltdach über dem Münchener Olympiastadion konstruiert
und damit Baugeschichte geschrieben hat, ist unter diesem Credo ein großer Fundus an
technisch interessanten Projekten entstanden, die sich in der Öffentlichkeit gut darstellen.
Dies zu tun – anderen darüber zu erzählen, wenn man etwas für technisch wertvoll hält
– wird bei SBP als ein wichtiger Teil der Arbeit verstanden. Das Büro ist von der Bedeutung
überzeugt, die ein in der Öffentlichkeit positiv besetztes Bild des Berufsfeldes eines
Bauingenieurs hat; einmal, weil gute Architektur nur zusammen mit gutem Ingenieurwissen
funktionieren kann. Zum anderen, um gute Ingenieurbauwerke – wie Brücken –
entstehen zu lassen. Ein Feld, in dem es genug unansehnliche Beispiele gibt. Zum klassischen Hochbau zählen bei Schlaich Bergermann und Partner Projekte wie das Europäische Patentamt in Genf, Porsche in Leipzig, eine Akademie in Herne, der Bundestag mit Günther Behnisch. Aktuell sind die Erweiterung der Deutschen Bibliothek in Leipzig – ein Wettbewerbserfolg der Stuttgarter Architektin Gabriele Glöckler – das oder das Europäische Parlament. Was macht nun die Zusammenarbeit mit den Architekten so erfolgreich? Da gibt es ganz unterschiedliche Ansätze, aber allen ist gemeinsam: Die Ingenieure wollen am Entwurf beteiligt sein – im Bereich Tragwerk – und verstehen ihre Aufgabe nicht nur darin, „es schon irgendwie hinzubekommen“. Das Entwickeln von Alternativen setzt voraus, dass der Ingenieur sich ein Stück weit auch mit
dem Architekten, seinen Zielen befasst. Es gibt Architekten, die mehr konstruktiv veranlagt
sind und gerne Seiltragwerke einsetzen – wie bei den Messehallen zu sehen ist. Es gibt aber auch andere, die mögen absolut keine unterspannten Träger. Es gilt dann, diese jeweiligen Vorstellungen aufzugreifen und ein entsprechendes Tragwerk zu finden, das vielleicht sehr schlank aussieht, aber eben nicht unterspannt oder aufgelöst: das macht die Ingenieure zu Partnern der Architekten. Etwas sehr Wichtiges kommt hinzu: bei Schlaich Bergermann und Partner hat man eine „architektonische“ Meinung. Es wird zum Beispiel auch über Farbe geredet und gesagt, wenn die Farbe nicht so gut gefällt. Das hat schon manches Mal beim Architekten Überraschung ausgelöst, dass beim Ingenieur Sensibilität für diese Dinge vorhanden ist. Aber andererseits wissen es Architekten auch zu schätzen, wenn man sie in ihren ureigensten Fragestellungen versteht; auch das hat zu der sehr guten Zusammenarbeit mit vielen namhaften Architekten beigetragen.

Das geht hin bis zur nahezu festen Zusammenarbeit: Mit dem Büro von Gerkan, Marg und Partner, Hamburg, sind in den letzten Jahren sehr viele Projekte entstanden. Einfach
aus der Erkenntnis heraus, dass man sich gegenseitig in der Arbeit befruchten kann. Wenn eine Seite eine Idee entwickelt, kommt von der anderen Seite ein Beitrag dazu, vielleicht entwickelt sich sogar etwas Eigenständiges. Voraussetzung für diesen Idealfall ist aber, dass auf Augenhöhe diskutiert werden kann. Nur wenn sich dieses Zutrauen beim Architekten findet, lässt sich ihm etwas vom Gedankengut des Ingenieurwesens vermitteln. Diesen Einfluss nehmen selbst Architekten wie Gehry auf, von dem man das im ersten Moment nicht glauben würde – seien es Formgebungsprozesse oder die Herstellung von Form über rechnergenerierte Strukturen. Wenn die Akzeptanz da ist, das Gesprächsklima stimmt, wird der Beitrag der Ingenieure zur Formfindung auch geschätzt. Die Rolle des Ingenieurs beim Entwurf hängt
auch davon ab, um welches Bauwerk es sich handelt. Bei einem Verwaltungsbau geht es
mehr um Funktionalitäten. Bei einer großen Messehalle, wo das Markante, Erkennbare
an der ganzen Architektur das Tragwerk sein wird, sind Ingenieure ganz anders gefordert.
Man muss bei allen Messehallen anerkennen, dass es ohne den Architekten und Ingenieur
nicht zu der jeweiligen Architektur gekommen wäre: Baukunst ist eben unteilbar! Leider ist diese Erkenntnis noch nicht so weit verbreitet, wie es wünschenswert wäre: Selbst in der Fachpresse – von der Tagespresse ganz zu schweigen – erfährt der Leser selten, wer
für die Ingenieurleistung verantwortlich ist.

Dieses Problem hat auch mit dem Stand der Ingenieure in der Gesellschaft zu tun. Mit Bauingenieuren wird immer noch das „Hinrechnen“ verbunden. Der Bauingenieur wird mit dem Statiker in Verbindung gebracht, oder dem, der Gummistiefel und Bauhelm trägt und in der Baugrube nach dem Rechten schaut. Die kreative Seite des Berufes, die Beschäftigung mit dem Entwerfen von Konstruktionen vielfältigster Art ist nur selten im Blickfeld. Das ist auch deshalb sehr schade, weil es heute abschreckt, in dieses Studium einzusteigen: Die meisten  Studienanfänger entscheiden sich für die Architektur, weil sie glauben, dass sie dort ihre Kreativität besser entwickeln und zum Einsatz bringen können, was eigentlich nicht stimmt. Mehr junge Leute für den Beruf des Bauingenieurs zu begeistern, ist ein weiterer Grund dafür, über die gelungenen Beispiele zu reden, damit sich etwas ändert. Ansätze sind durchaus vorhanden, gerade in Stuttgart, wo das Übergreifende in der Lehre schon seit längerem gepflegt wird. Es gibt gemischte Seminare mit Architekten und Ingenieuren, die bereits im Grundstudium anfangen. Dies hängt natürlich auch mit Professor Schlaich zusammen, der in Stuttgart gelehrt hat und der sich stets bemühte, diese „andere Denke“ zu verbreiten. Die jüngere Generation wächst stärker mit der Notwendigkeit auf, gemeinsam zu einer Lösung zu
kommen. Eine Einheit zu bilden, um ein spezielles Projekt gut nach vorne zu bringen, gelingt
nur denjenigen, die dies bereits während der Ausbildung geübt haben – miteinander
zu diskutieren, eigene Ideen zu vermitteln, die der Ingenieur zu dem Projekt hat. Ein großes Defizit in der Ausbildung: dass Ingenieure nicht lernen, ihre Arbe iten zu präsentieren. Von Diplomanden aus ostdeutschen Hochschulen wird der Begriff „verteidigen“ gebraucht: seine Diplomarbeit verteidigen. Das bedeutet nicht „Kampf“, sondern das Zurechtlegen von Argumentationen, das Erklären der Idee. Anders als bei den Architekten wird das bei den Bauingenieuren im Allgemeinen nicht praktiziert. Würde diese Fähigkeit geschult, wäre es für den Ingenieur einfacher, dem Architekten zu zeigen, warum man etwas so oder anders plant.
Den Ingenieuren bei Schlaich Bergermann und Partner jedenfalls macht es Spaß, wenn Dialog entsteht, wenn Archi tekten verstehen wollen, warum man etwas gerade so macht.
Es gibt auch Architekten, die sehr konstruktiv denken und sehr knifflige Fragen stellen. Und
wenn man darüber nachdenken muss: hat er vielleicht Recht? Da macht die Arbeit erst
richtig Spaß, da entsteht Dialog!

copyright by sbp Schlaich Bergermann und Partner, Stuttgart

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Die Grundlage zu pro:file_2 ist ein Gespräch zwischen Sven Plieninger und Andreas Keil (Schlaich Bergermann und Partner) und Ulrike Sengmüller und Jo Heber (update: BAU) im Dezember 2004.

Idee und Konzeption: Dr. Bettina Hierath, Nemetschek Deutschland GmbH
Realisation und Redaktion: www.updatebau.de
Fotos: Studio Kinold München; H. G. Esch, Hennef; J. Schmid,
Köln; U. Schwarz, Berlin; H.-C. Brinkschmid, Hamburg;

Copyrights by Schlaich Bergermann und Partner
Beratende Ingenieure im Bauwesen
Hohenzollernstraße 1,70178 Stuttgart
fon +49 (0)711 64871-0 fax +49 (0)711 64871-66
info@sbp.dewww.sbp.de

Erweiterung der Zentrale der Allianz – Arcass Architekten, Stuttgart

Der Neubau dient der Erweiterung der Zentrale der Allianz Lebensversicherungs-AG mit weiteren 330 Arbeitsplätzen und zugehöriger Tiefgarage in Stuttgart. Er fügt sich in die typische Blockrandbebauung des Stuttgarter Westens ein. Zusammen mit dem unmittelbar  benachbarten und anzubindenden Bürogebäude umschließt er einen Innenhof, das grüne Herz des Gebäudes.

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copyright by arcass architekten

Das sichtbare Neubauvolumen gliedert sich in den Hauptbaukörper mit  massivem Charakter und in die leicht und transparent anmutende Dachzone:

copyright by arcass architekten

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Die  Fassadengliederung trägt dem flexiblen Ausbauraster der Büroräume Rechnung. Geschosshohe Einzelfenster und geschlossene Bereiche in freiem Rhythmus erzeugen Lebendigkeit. Die Straßenseiten zeigen den für das Stadtquartier typischen Stuttgarter Sandstein, während die zum Innenhof gerichteten Fassaden verputzt sind. Das Stuttgarter Architekturbüro Arcass Freie Architekten BDA ist seit über 25 Jahren in der Planung und Baudurchführung von  Verwaltungsbauten, öffentlichen Bauten sowie Einrichtungen des Gesundheitswesens unterschiedlicher Aufgabenstellungen und Größenordnungen tätig.

Allplan GmbH, Munich, Germany; © Projekt: Neubau dient der Erweiterung der Zentrale der Allianz Lebensversicherungs-AG, Copyright Bildmaterial: Fotografie: Dietmar Strauß, Besigheim, Arcass Architekten, Stuttgart

Umbau Theaterhaus Stuttgart – plus+ bauplanung GmbH

„Bereits im frühen Planungsstadium schöpften wir die Möglichkeiten von Allplan voll aus, um möglichst effizient planen zu können. Alle unter Denkmalschutz stehenden Elemente, wie die zwei Außenwände und das filigrane Dachtragwerk, wurden komplett in 3D eingegeben. So konnten wir virtuell um den Bestand planen und die Neubaumaßnahmen wesentlich leichter realisieren.“
(Olaf Hübner, Geschäftsführer der plus+ bauplanung GmbH)

copyright by plus+bauplanung GmbH

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Bei diesem Projekt wurde der Altbau des ehemaligen Rheinstahl-Gebäudes von Emil Fahrenkamp aus dem Jahre 1923 umgestaltet. Obgleich in schlechtem Zustand, waren die monumentale Ostfassade und die weniger eindrucksvolle Westwand sowie das elegante Stahlskelett erhalten geblieben. Da es sich um ein eingetragenes Denkmal handelte, suchte die Stadt nach einer Nutzungsmöglichkeit in großem Maßstab, bei der die großen Spannweiten von Vorteil wären und eine abträgliche Unterteilung vermieden würde. Das bereits 18 Jahre  bestehende Theaterhaus Stuttgart erschien passend, das bis dahin seine Aufführungen in einer
aufgelassenen Fabrik im Vorort Wangen veranstaltete. Dort konnte man 200 bzw. 400 Zuschauer unterbringen, hatte aber häufig die Grenze der Möglichkeiten erreicht und benötigte daher größere Räumlichkeiten. Zur Zeit des Umbaus standen nur noch zwei der vier  Originalwände.

Die neuen Wände wurden weiter nach außen versetzt. Dadurch wurden Reihen natürlich belüfteter Räume an der Süd- und Westseite gewonnen. Es entstanden Black Boxes verschiedener Größen mit linearer, mobiler Bestuhlung und flexibler Nutzung, wie z. B. für Pop-Konzerte. Der große Theater- und Konzertsaal fasst bis zu 1.050 Sitzplätze und liegt an der zentralen Achse hinter den sieben Fenstern der monumentalen Fassade. An der  gegenüberliegenden Seite blieb Platz für einen weiteren Raum gleicher Breite. Diese helle „White Box“, natürlich belichtet, ist als Sporthalle nutzbar. Das neue Foyer ist durch die alte Nordwand der Fabrik direkt mit dem seitlichen Hof und Café verbunden. Im Foyer ist die originale Dachkonstruktion erhalten geblieben, ebenso wie die alten Führungsschienen zur Bewegung des Portalkrans. Dies ist letztlich der sichtbarste „Industrie“-Raum und der Ort, an dem Alt und Neu höchst dramatisch aufeinandertreffen. Drei weitere Theatersäle mit 150, 350
und 450 Plätzen wurden in das frühere südliche Seitenschiff gesetzt und sind über einen Fußgängersteg zwischen den größten Sälen verbunden. Nach Norden aufgesattelt befinden sich ein großer und ein kleiner Proberaum, im Erd- und Untergeschoss Werkstätten und Archive für die Requisiten. Büro- und Umkleideräume nehmen die oberen Geschosse ein. Quasi als Symbol der industriellen Vergangenheit endet die Fassade im Osten mit einem großen roten Kamin, aber ursprünglich gab es dieses Element nicht. Es ist ein GFK Abluftkamin für das passive Lüftungssystem, der durch den erdgekühlten Keller Luft einzieht. Sie zirkuliert nur durch Konvektion und wird durch den Kaminauftrieb ohne elektrischen Antrieb abgesaugt.

Über das Unternehmen
Prof. Hübner, bekannt geworden durch seine experimentelle Methode „gemeinsames Planen und Bauen mit den Nutzern“, gründete sein Architekturbüro 1972, das seit 1995 als plus+ bauplanung GmbH in Neckartenzlingen firmiert. Schwerpunkte des Büros sind heute Schulen,
Sport- und Kulturstätten. Prof. Hübner war bis 2007 28 Jahre lang am Institut für Baukonstruktion und Entwerfen der Universität Stuttgart tätig. Weitere Informationen: www.plus-bauplanung.de

Produkte / Lösungen Allplan Architektur Allplan Ingenieurbau
Projektdaten Bauherr Landeshauptstadt Stuttgart
Planung und Bauleitung plus+ bauplanung GmbH
Hübner · Forster · Eggler
In Zusammenarbeit mit engelhardt.eggler.architekten
Projektarchitekt: Christoph Forster
Bauleitung: Martin Müller
Baukosten (netto)
17 Mio. Euro
Flächennutzung
BGF: 12.200 m2
BRI: 60.094 m3
Planungsbeginn
1995
Bauzeit
Beginn: 10/2001
Fertigstellung: 03/2003
Fotos: Dietmar Strauß

Allplan GmbH, Munich, Germany; © Projekt: Umbau Theaterhaus Stuttgart, Copyright Bildmaterial: plus+ bauplanung GmbH