Archiv des Autors: Frank Will

Wie wandle ich mehrere Teilbilder von 2009 in 2006?

Wie wandle ich mehrere Teilbilder von 2009 in 2006?

ZwinkerndIm Allmenü :Mit dieser Funktion wandelt Ihr ausschließlich Dokumente der aktuellen Version 2009 von Allplan, die im Ordner C:ProgrammeNemetschekAllplanExtern liegen, in Dokumente der Version 2005, 2006 oder 2008 und kopiert diese in einen beliebigen Ordner.

So sichert Ihr Dokumente aus externen Pfad in einer beliebigen Version

• Beendet Allplan, bevor Ihr die Funktion Dokumente von ‚C:ProgrammeNemetschekAllplanExtern‘ in ältere Version sichern ausführen.
1. Klickt in Allmenu auf Datei und dann auf Dokumente von ‚C:ProgrammeNemetschekAllplanExtern‘ in ältere Version sichern.

2. Wählt die Zielversion, in welche die Daten gewandelt werden sollen. Die Daten werden nun automatisch gewandelt. Je nach Sprung zwischen Quell- und Zielversion kann dies einige Zeit in Anspruch nehmen. Nach der Datenwandlung liegen die Daten in der Zielversion wieder auf dem Externen Pfad.
3. Folgt dem Sichern-Dialog des Programms.

4. Im Anschluss werdet Ihr gefragt, ob die Daten im Ordner C:ProgrammeNemetschekAllplanExtern gelöscht werden sollen. Damit der Ordner C:ProgrammeNemetschekAllplanExtern für den nächsten Datenaustausch wieder frei ist, solltet Ihr dies bestätigen……

Klinik Lindbergh-Atelier -Nickl & Partner, München

pro:file Klinikbauten als Kraftfelder

Wie das Architekturbüro Nickl & Partner, München, organisatorische Erfordernisse mit den Bedürfnissen der Nutzer in Einklang bringt. Das 2003 fertig gestellte Lindbergh-Atelier, bei dem Nickl & Partner in Personalunion Architekten und Bauherren waren, ist sozusagen in Beton gegossene Bauphilosophie. Kontinuität und Erneuerung:

copyright by Nickl & Partner

copyright by Nickl & Partner

Jedes Projekt von Nickl & Partner folgt konsequent dieser Bauphilosophie und bleibt trotzdem ein unverkennbares Unikat mit speziellen Aspekten und Herausforderungen – seien es die landschaftlichen Gegebenheiten, die festgeschriebenen Kenndaten, der Rahmen des Budgets, die Materialien, die Bauzeit oder die städtebaulichen Kriterien.

»Im Zentrum steht der Mensch«

Krankenhausbau war immer schon Teil der gesellschaftlichen Entwicklung. Unser Gesundheitswesen befindet sich momentan in einer massiven Umbruchphase; der Markt
boomt – auch für Architekten! Die Megastrukturen der 60er, 70er Jahre sind heute
mega-out. Alles schien möglich, damals: Man ist zum Mond geflogen, Technik war wichtig
– der Medizin-Patient war unwichtig! Heute, durch diese einseitige Betrachtungsweise
nachdenklich geworden, stellt man den Patienten wieder in den Mittelpunkt. Und jetzt
kommt wieder eine andere Welle: die Wellness- Welle, das Hotel! Wie gehen Architekten
mit diesem nächsten Trend um? Welche Trends werden überhaupt die Entwicklungen
im Krankenhausbau bestimmen – wie sieht das Krankenhaus der Zukunft aus? Mit diesen Fragen im Gepäck haben wir uns aufgemacht, um zwei Architekten zu befragen, die hierzulande zu den erfahrensten auf diesem anspruchsvollen Sektor des Bauens zählen: Prof. Christine Nickl-Weller und Prof. Hans Nickl in München:

»Bei unserer Entwurfsstrategie steht immer das Architekturthema im Vordergrund.«

»Im Krankenhausbau ist die Neuinterpretation des Pavillons der beste Weg, um die Masse
der Kubatur in Parzellen aufzuteilen und damit zu differenzieren.«

updateBAU (uB): Bevor wir mehr über Ihre Haltung zu den anstehenden Bauaufgaben
des Gesundheitswesens erfahren wollen, vielleicht erst noch die Frage: Wie kam es zu
Ihrer Spezialisierung auf dieses Gebiet des Bauens, das ja durch seine hohen funktionalen
Anforderungen und komplexen Zusammenhänge im Allgemeinen bei Architekten eher ungeliebt ist – viel zu kompliziert, viel zu langweilig, zu aufwändig?

Christine Nickl-Weller (CNW): Zunächst: wir sind Architekten, keine Krankenhausspezialisten!
Wir haben ein Spezialwissen im Hintergrund, aber wir haben es nicht mit Absicht in diese Richtung gelenkt. Mein Mann hat seine ersten fünf Berufsjahre in einem Büro für  Krankenhausbau verbracht. Er hat dort in der Wettbewerbsabteilung ein Krankenhaus nach dem anderen geplant und so das Wissen angesammelt. Und dann hat er dieses Büro verlassen, in dem er sich wohl gefühlt hatte – aber er konnte kein Krankenhaus mehr sehen! Er hat dann mit einem Kirchenzentrum begonnen und ich bin in den Staatsdienst eingetreten und habe mit meinem bescheidenen Beamtengehalt erst mal für die Familie gesorgt. Dadurch hatten wir
die Chance, unabhängig zu sein. Nur zwei Jahre später haben wir dann drei Wettbewerbe hintereinander mitgemacht und einen gewonnen. Das war das Klinikum Weiden – und das war der erste Schritt, dieses Wissen wieder zu benutzen.

uB: Mies van der Rohe hat einmal gesagt: »Baue nie ein Krankenhaus…« Hans Nickl (HN): Jeder reine Funktionalismus führt irgendwann zum Stillstand, tötet die Kreativität; und die Struktur der Krankenhäuser damals war ja voller Zwänge, rein funktionalistisch aufgebaut. Der reine Funktionalismus wird für den Bereich Krankenhäuser, Pflegeheime, betreutes Wohnen zum
Problem; deshalb haben wir damit angefangen, andere Strukturen zu wählen. Die Struktur
ist ja für uns das Wichtigste, das Gesamte. Innerhalb der Struktur lassen sich dann Teile
auswechseln; aber die Teile bestimmen das Ganze. Das modulare Zusammensetzen ist
Prinzip unserer Architektur. So können wir auf unsere Erfahrung zurückgreifen und kleine
Elemente oder Materialien wieder einsetzen, die sich bewährt haben. Die Kunst besteht
darin, das Detail zu gestalten, denn das Bauwerk lebt vom Detail, nicht von der Oberfläche. Das ist das, was unsere Bauten auch von anderen Krankenhausbauten unterscheidet. Es ist ja immer noch so, dass viele der Krankenhausbauspezialisten rein funktionalistisch an die Aufgabe herangehen, ihre Muster immer weiter optimieren und darüber vergessen, dass man auch entsprechend gestalten muss! Mit dem Krankenhaus Agatharied haben wir ja damals das echte Antikrankenhaus entworfen. Alle haben gesagt: unmöglich, das ist kein Krankenhaus! – weil es keine funktionale Maschine war. Oder vielleicht besser: weil es kein Typ war, nicht einzuordnen. Das kann es eigentlich nicht geben.

»Ein Krankenhaus ist heute für uns ein Ort der Begegnung.«

CNW: Jetzt komme ich wieder zu unserem strukturellen Denken, das uns so wichtig ist:
Wir müssen einfach Masse auflösen, weil Großstrukturen nicht überall hinpassen, aber
auch, um den menschlichen Maßstab zu wahren. In Krankenhäusern haben wir es heute
mit vielen Menschen zu tun. Wenn man es genau analysiert: Bei den 500 Betten eines
kleinen Gesundheitszentrums sind das 500 Patienten, die sind vielleicht jeder 5 Tage da,
dazu 1000 Personen vom Pflegepersonal, die leben 200 Tage im Jahr in ihrem Haus, dazu
700 Besucher pro Tag; alles in allem entspricht dieser Ort – von der Bevölkerung, dem
Verkehrsfluss, der Orientierbarkeit, Wiederfindbarkeit her – einerKleinstadt!
HN: Ein Krankenhaus ist heute für uns ein Ort der Begegnung. Menschen unterliegen großen
Belastungen, wenn sie sich nicht wohl fühlen; viele kommen mit einer unwahrscheinlichen
Angst in das Haus. Was können wir Architekten hier überhaupt leisten? Wir können doch nur – und das ist minimal – dafür sorgen, dass die Patienten ein Ambiente vorfinden, in dem ihnen diese Angst ein bisschen genommen wird, dass das Haus »selbst-verständlich« für ihn ist. Wenn dieses Bewusstsein – hier wird mir geholfen – eine Selbstverständlichkeit ist, dann haben wir
unsere Spitzenleistung als Architekten erfüllt! Wenn das stimmt, wenn wir da unsere Kraft
aufgewendet haben, dann sind wir zufrieden. Im Vergleich dazu ist der Funktionalismus
eine ingenieurmäßige Arbeit, aber nichts für Architekten! Klingt zwar etwas hart, aber wir
sehen das einfach so.

CNW: Darin sehen wir unsere ureigenste Aufgabe als Architekten, daran arbeiten wir bis ins Detail, dass wir dieses Ambiente schaffen, für beide Gruppen – Personal und Patienten.
Wir fangen an zu denken: Wie könnte eigentlich die Vision von so einem neuen Haus sein? Die Funktionen – wenn man sie beherrscht – bekommt man immer gut hinein.

Bauherr Land Hessen, vertreten durch Hessisches Baumanagement Regionalniederlassung Rhein- Main
Planung und Bauleitung Nickl & Partner
Planungssoftware Allplan
Baukosten (netto) 245 Mio. Euro
BGF 106 800 m2
BRI 474 300 m3
Wettbewerb 1999, 2. Platz
Planungsbeginn 04/2000
Baubeginn 2001
Baufertigstellung 2010

copyright by: Nickl & Partner Architekten GmbH
Prof. Hans Nickl, Prof. Christine Nickl-Weller
Lindberghstraße 19, D-80939 München
fon +49 89 360514-0, fax +49 89 360514-99
mail@nickl-architekten.de
www.nickl-architekten.de

Bürgerhaus Denzlingen – Dasch Zürn von Scholley Architekten

Mit dem Kultur- und Bürgerhaus entstand ein neuer kultureller und gesellschaftlicher Mittelpunkt am Schnittpunkt zwischen dem gewachsenen Ortskern und den Neubaugebieten von Denzlingen.

copyright by dasch zürn von scholley

copyright by dasch zürn von scholley

Der Neubau ist als formal eigenständiger Solitär in den von Norden nach Süden verlaufenden Grünzug eingebettet. Seine Längsausrichtung in Ost-West-Richtung betont die Hinwendung zu den neuen und alten Ortsteilen, das Gebäude wird sozusagen zur Brücke zwischen diesen. Dieser Gedanke wird noch verstärkt durch die umgebende Wasserfläche, die gleichermaßen Mittelpunkt und Attraktion darstellt. Das Foyer öffnet sich nach Norden und Süden und lässt so den Grünzug optisch durch das Gebäude hindurchfließen.

copyright by dasch zürn von scholley

copyright by dasch zürn von scholley

Die Gestalt des Gebäudes wird geprägt durch schalenförmig gekrümmte Dachflächen, welche die darunterliegenden Räume wie Saal, Restaurant und Konferenzräume überspannen und bergen. Sie machen die unterschiedlichen Nutzungen auch außen ablesbar. Durch Schichtung, Überlagerung und Staffelung der Schalen gelangt Licht und Luft ins Innere der Räume.

Auszeichnung: Beispielhaftes Bauen 2009

Allplan Handelsvertretung, Stuttgart, Germany; © Projekt: Bürgerhaus Denzlingen – Dasch Zürn von Scholley Architekten
Copyright Bildmaterial: Dasch Zürn von Scholley Architekten

Zuverlässiges Kostenmanagement im Planungsalltag

Exakte und transparente Kosten- und Mengenermittlung ab dem ersten Planungsschritt

Kundenprojekt_D2C_Architekturbuero_Metzner

Kundenprojekt_D2C_Architekturbuero_Metzner

„Bauherren verlangen heutzutage eine detaillierte Kostendokumentation
und die Einhaltung des vorgegebenen Budgets bei gleichzeitig bestmöglicher
Qualität. Diesem Bauherren bedürfnis kann ich mit Design2Cost wunderbar
nachkommen.“
(Stephan Metzner, freier Architekt ausWiesbaden)

Ausgangspunkt für den Einsatz von Design2Cost waren für den Architekten Stephan Metzner Probleme bei herkömmlichen Verfahren zur Kosten und Mengenermittlung. Exakte und zuverlässige Verfahren erfordern einen hohen Zeitaufwand, während schnell zu erstellende Übersichten zumeist mit geringerer Genauigkeit und Datenqualität einhergehen. So werden Verfahren zur Kostenermittlung, wie beispielsweise der Bezug auf Vergleichspreise aus früheren Projekten oder Kostenschätzungen über Quadrat- und Kubikmeterpreise, in der Praxis zwar oft eingesetzt, stoßen aber bei komplexeren Planungsprojekten schnell an ihre Grenzen.

Deshalb setzt der Architekt vom ersten Planungsschritt an auf Design2Cost. So gelangt er mit wenig Zeitaufwand zu einer detaillierten und transparenten Kostenplanung. Konnte Stephan Metzner bisher im Planungsprozess erst nach Fertigstellung des Entwurfs in die Kostenstruktur einsteigen, werden mit Design2Cost und der direkten Anbindung an AVA und die  Ausführungspositionen Strukturen vereinfacht und der Kostenverlauf bereits ab dem ersten Zeichenstrich sichtbar. Zudem lassen sich Projekte in kurzer Zeit ansprechend und professionell visualisieren. Das System überzeugt durch einen sehr hohen Detailgrad bei der Darstellung von Bauteilen in Abhängigkeit des gewählten Maßstabs und der Planart. Wirklichkeitsgetreue Texturen und Accessoires, wie beispielsweise Einrichtungsgegenstände und Außenanlagen unterstützen die Visualisierungen auf hohem Niveau – und vermitteln so einen umfassenden Gesamteindruck der Projekte für Bauherren und Investoren. Zusätzlich profi tiert das Architekturbüro von der Flexibilität und Schnelligkeit der Lösung. Mit der direkten Anbindung an die Ausschreibung können Variantenvergleiche bis auf Positionsebene im Handumdrehen erstellt und unter verschiedenen Gesichtspunkten verglichen werden. So kann Stephan Metzner gegenüber dem Bauherrn konkrete Aussagen zu den Kosten der einzelnen Baualternativen treffen und sich als kompetenter Ansprechpartner für alle Planungsphasen positionieren.
Über das Unternehmen Vor über zehn Jahren gründete Stephan Metzner sein eigenes Architekturbüro in Wiesbaden und realisiert seitdem überwiegend Projekte im Wohnungsbau.
Für eine optimierte Kostenplanung setzt er seit Herbst 2006 auf die Lösung Design2Cost von Nemetschek Allplan.

Produkte / Lösungen: Design2Cost

Allplan GmbH, Munich, Germany; © Projekt: Stephan Metzner, freier Architekt aus
Wiesbaden) Copyright Bildmaterial: Stephan Metzner, freier Architekt aus
Wiesbaden)

Corpus Museum, Niederlande – 3D Blueprint

Die Reise ins Ich – ein Menschheitstraum, der sich bislang nur im Kino ausleben ließ. Jetzt allerdings hat sich das geändert: Im niederländischen Oegstgeest in der Nähe von Leiden wurde im Frühjahr 2008 das Corpus Museum eröffnet, ein Erlebniszentrum der be-sonderen Art. Denn hier kann der Besucher einen Menschen von Kopf bis Fuß durchwandern und so quasi direkt „vor Ort“ erfahren, wie der Körper funktioniert.

copyright by 3D Blueprint

copyright by 3D Blueprint

Ermöglicht wird dies durch eine 35 Meter hohe Figur aus Holz und Stahl, die den gläsernen Hauptbau des Museums an der Schmalseite flankiert. Entworfen von PBV Architecten, stellte die Realisierung des Gebäudes eine besondere Herausforderung dar, die die beauftragten Planer von 3D Blueprint Architects & Engineers aber mit Bravour gemeistert haben: Dank Building Information Modeling und Allplan von Nemetschek ist es den Amsterdamern gelungen, den Bau termingerecht zu realisieren und dabei sogar unter dem vorgesehenen Budget zu bleiben.
Building Information Modeling (BIM) bezeichnet die durchgängige Verwendung eines virtuellen Gebäudemodells über alle Phasen und Disziplinen des Planens, Bauens und Nutzens hinweg. Damit eröffnet BIM die Möglichkeit, das Bauen kostengünstiger, fehlerfreier und termingerechter als bei konventioneller Planungsweise zu gestalten. Genau das haben sich Joep Esser und Wubbo Hazewinkel mit der Gründung ihres Unternehmens vor sechs Jahren vorgenommen und deshalb von Anfang an auf BIM und Allplan gesetzt: „Das Anliegen von 3D Blueprint ist es, durch eine effektive Zusammenarbeit besser und kostengünstiger zu bauen“, erläutert Joep Esser, Geschäftsführer des Unternehmens. Hierfür haben die Architekten und Ingenieure ihre eigene Arbeitsweise entwickelt, ihre so genannte „Regiplan-Methode“, die auf
Building Information Modeling basiert. Im virtuellen Gebäudemodell von Allplan werden sämtliche projektrelevanten Informationen zentral erfasst und über die gesamte Planungs- und Bauphase hinweg allen Beteiligten zur Verfügung gestellt. Die Nemetschek-Lösung bietet
dafür genau das richtige Leistungsspektrum, wie Mitarbeiter Persijn Bongers erklärt: „Die Software ist so ausgereift und leistungsfähig, dass sich selbst ungewöhnlichste Bauteile als intelligente Objekte speichern lassen – eine wichtige Voraussetzung, wenn man wie wir
ausschließlich mit BIM arbeitet.“

Mit Design2Cost Baukosten um 15 Prozent reduziert
Die Projektanforderungen erarbeiten die Planer zusammen mit dem Bauherren vorab in einem so genannten „Bauprogramm“, das eine klar definierte und machbare Zielstellung formuliert. Dabei wird in Allplan ein erstes – noch grobes – dreidimensionales Gebäudemodell erstellt, aus dem sich anhand der zugeordneten Materialeigenschaften auch verlässliche Aussagen zu Mengen und Kosten generieren lassen. So werden wirtschaftliche Faktoren von Anfang an berücksichtigt und über den gesamten Projektzeitraum verfolgt: „Durch die Kopplung von Planung und Kosten können wir bei Entscheidungen erkennen, welches die günstigere Variante ist und so Fehlentwicklungen frühzeitig entgegen steuern“, erläutert Joep Esser. „Unter
anderem dadurch gelingt es uns, die Kosten eines Bauprojektes um zehn bis 15 Prozent zu reduzieren – oder bei gleichen Baukosten ein qualitativ hochwertigeres Gebäude zu liefern“.
Bereits eine Vielzahl von Projekten haben die Amsterdamer Planer auf diese Weise erfolgreich durchgeführt, darunter letztens den Neubau für das niederländische Eisenbahnmuseum in Utrecht. Kein Wunder also, dass das Unternehmen inzwischen 50 Mitarbeiter beschäftigt
und längst auch internationale Projekte koordiniert. 3D Blueprint hat sich als Spezialist in Sachen integrierter Projektplanung einen Namen gemacht – und kam als solcher auch beim Corpus Museum zum Zuge. Denn hier wurde das Unternehmen quasi als Retter in der Not
gerufen: Weil Ausführungs- und Konstruktionsplanung bislang völlig getrennt voneinander in 2D erfolgt waren, hatten sich aufgrund der komplizierten Gebäudeform bereits nach kurzer Zeit eine Vielzahl von Planungsfehlern eingeschlichen. Mit der Folge, dass die Kosten aus dem Ruder liefen. Um das Steuer noch herumzureißen, übergab Bauherr Heddes Bouw die Projektkoordination sowie Ausschreibung, Genehmigungs- und Werkplanung an 3D Blueprint.

Durch eine integrierte Projektbearbeitung bekamen die Planer das Projekt schnell in den Griff. Alle Projektinformationen, also sämtliche Geometrie- und Sachdaten aller beteiligten Firmen wurden dabei im zentralen Gebäudemodell von Allplan zusammengeführt und
untereinander koordiniert. In einem ersten Schritt erstellte 3D Blueprint hierfür das Gebäude und die menschlichen Figur als 3D-Modell und generierte daraus Grundrisse, Ansichten und Schnitte. Ein Abgleich dieser Pläne mit den Daten der Stahlkonstruktion, die erst in 2D,
später dann auch als 3D-DWG-Datei in Allplan importiert wurden, brachte gleich eine ganze Reihe von Planungsfehlern ans Licht. So gab es Stellen, wo die diagonalen Kreuze der aussteifenden Verbände genau vor Türen verliefen, oder notwendige Durchgangshöhen
aufgrund davor liegender Stahlträger nicht eingehalten wurden.

Durch das Zusammenführen der verschiedenen Disziplinen in einem einzigen Datenmodell ließen sich diese Problempunkte lange vor dem ersten Spatenstich erkennen und rechtzeitig korrigieren. Das galt auch für die Gebäudetechnik: Nachdem zuerst sichergestellt worden war, dass ausreichend Platz für die notwendigen Installationen zur Verfügung stand, wurden später die gesamten Installationspläne in Allplan importiert und anhand der Ausführungsplanung überprüft. Meist in 2D, an besonders komplizierten Stellen aber auch in 3D, um so am Modell etwaige Kollisionen zwischen Stahltragwerk, Ausbauten und Gebäudeinstallation sofort  erkennen und gegebenenfalls korrigieren zu können. So blieben Bauherren und Planern unliebsame Überraschungen auf der Baustelle erspart.

Passgenaues Fertigen mit Hilfe von 3D-Modellen
Zudem ließen sich die entsprechenden Stahlelemente anhand der Informationen aus dem 3D-Modell passgenau fertigen und konnten damit ohne irgendwelche Zusatzarbeiten auf der Baustelle montiert werden. Hierfür übernahm die Stahlfirma die ausgearbeiteten Konstruktionsdaten und ergänzte das 3D-Modell um weitere, für die Fertigung wichtige Aspekte. Dieses 3D-Modell der Stahlkonstruktion wurde per IFC wiederum in Allplan integriert und stand nun als Grundlage für die Planung der Holzkonstruktion bereit, die zusammen mit darauf liegenden Metallelementen die Außenhaut der Figur bildet. So entstand letztendlich ein virtuelles Gebäudemodell, in dem alle wichtigen Faktoren berücksichtigt und optimiert waren – gestalterische, funktionale, konstruktive und fertigungstechnische. Ein gelungenes Beispiel also für Building Information Modeling mit Allplan – und Voraussetzung dafür, dass das Museum zum geplanten Termin eröffnet werden konnte: Durch die niederländische Königin Beatrix,
in deren Kalender der Tag schon lange vorgemerkt war.

Interview mit Joep Esser von 3D Blueprint

Das Unternehmen 3D Blueprint wurde 2002 gegründet und beschäftigt mittlerweile bereits 50 Mitarbeiter. Was ist der Grund für diesen außergewöhnlichen Erfolg?

Der Bauprozess setzt sich heute meist aus einer Vielzahl von Einzelschritten zusammen, die voneinander getrennt sind. Als Folge davon werden Gebäude entweder zu teuer, Termine lassen sich nicht einhalten oder die Nutzungsmöglichkeiten entsprechen nicht den Anforderungen. Abhilfe schafft eine durchgängige Projektbearbeitung mit BIM, auf die wir uns von Anfang an mit Allplan spezialisiert haben. Bauherren haben die Vorteile dieser  Vorgehensweise erkannt und kommen deshalb mit ihren Aufträgen speziell auf uns zu.

Wie sieht Ihrer Meinung nach der ideale Bauprozess aus?
Wichtig ist es unserer Meinung nach, die Projektanforderungen genau zu formulieren und diese dann im Bauteam zu realisieren. Das bedeutet, dass alle involvierten Parteien ohne Informationsbruch zusammenarbeiten. Hierfür setzen wir auf Building Information Modeling und die von uns entwickelte Regiplan-Methode. Das Gebäudemodell von Allplan fungiert dabei als zentrale Drehscheibe für alle Projektinformationen und Technologien.

Welche Vorteile bietet Ihnen Allplan von Nemetschek?
Wir halten Allplan für eine äußerst leistungsfähige Software, die zudem sehr ausgereift ist. Das betrifft beispielsweise das Arbeiten mit intelligenten Objekten – eine Voraussetzung für BIM. Darüber hinaus stellt die Software vielfältige Möglichkeiten zur Attributierung von Bauelementen zur Verfügung und bietet umfangreiche Optionen für den Datenaustausch – beides ganz wichtig für die Arbeit mit einem zentralen Gebäudemodell.

Hilft Ihnen Building Information Modeling auch dabei, die Kosten im Griff zu behalten?
Selbstverständlich. Und zwar von Projektbeginn an. Wir verbinden schon im ersten Entwurf die einzelnen Bauelemente des 3D-Modells mit Kosten, und können so unter Einhaltung der finanziellen Vorgaben die geeignete Formensprache finden. Im weiteren Projektverlauf hilft uns die Kopplung von Gebäudemodell und Preisen, fundierte Entscheidungen zu treffen und wirtschaftlichen Fehlentwicklungen entgegenzusteuern.

Erfordert Building Information Modeling eine besondere Arbeitsweise?
Wir sind davon überzeugt, dass ein strukturiertes Vorgehen Voraussetzung ist für eine effektive Projektbearbeitung mit BIM. Wir tun dies mit unserer selbst entwickelten Regiplan-Methode. Dann ermöglicht BIM es dem Architekten, alle Fäden in der Hand zu halten und die Position des Baumeisters einzunehmen – so wie es das Berufsbild ja ursprünglich vorsieht.

 

Allplan GmbH, Munich, Germany; © Projekt: Corpus Museum, Niederlande – 3D Blueprint Copyright Bildmaterial: 3D Blueprint